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Tolkiens Stil und die Art seiner WerkeDie ersten Geschichten zu Tolkiens Mythologie entstanden mit dem
Hintergrund seiner Sprachen, denen er versuchte, Völker und Geschichten
zuzuordnen. Es war also zuerst die Spielerei eines Philologen und
Sprachwissenschaftlers. Mit diesem Hintergrund entwickelte Tolkien die ersten
Geschichten des Silmarillions. Die späteren Werke des kleinen
Hobbits und des Herrn der Ringe sind dann aus anfangs kleinen
Geschichten entstanden, die Tolkien mehr aus der Freude zu Märchen, Sagen
und Mythen schrieb. Teilweise sollten sie auch nur eine Freude für seine
Kinder oder eine Belustigung für ihn selbst werden.
Der Herr der Ringe entwickelte sich aus dem Kinderbuch Der kleine
Hobbit und wurde mit der Zeit zu einer riesigen Erzählung, die auch
seinem früheren Wunsch (als er das finnische “Kalevala”
las), eine Mythologie zu schaffen, nachkam. Zudem konnte er mit diesem Werk, was
man wegen seinem durchgehenden, erzählenden, epischen Stil durchaus einen
Epos nennen kann, viele Menschen begeistern. Man muß nur dazu sagen,
daß dieser Epos keinen wirklichen Tatsachen (bzw. historischen
Anhaltspunkten) entspricht, sondern eine reine Erfindung der Phantasie eines
Mannes ist. Tolkiens Phantasie war sehr ausgereift. Er hatte seine Welt so
deutlich vor Augen, daß er Geschichten mit Leichtigkeit erfinden konnte
und nur niederzuschreiben brauchte. Nach dem Niederschreiben brauchte Tolkien
jedoch längere Zeit, bis er die Geschichten bearbeitet und an die
Zusammenhänge mit anderen Geschichten angepaßt hatte.
Zu seinen Geschichten gibt es auch Bilder, die er selbst gezeichnet hat
(siehe Anhang), geographische Karten, chronologische Zeittafeln, Stammbäume
der einzelnen Familien, sowie die einzelnen Sprachen der verschiedenen
Völker, mit ihren eigenen Schriftzeichen, Lauten und eigener Grammatik.
Mittlerweile haben andere Autoren historische Atlanten von Mittelerde, mit
genaueren Karten, Nachschlagewerke mit Definitionen und viel anderes Material,
neben den vielen Analysen der Werke etc., herausgegeben. Da die Welt, in der die
Werke spielen, und deren Möglichkeiten von Tolkien so genau beschrieben und
definiert sind, gibt es auch viele andere Autoren, die verschiedene weitere
Bücher in Tolkiens Welt Mittelerde geschrieben haben Sie
knüpfen an die Werke Tolkiens an oder bedienen sich nur seiner
Welt.
Vergleicht man Tolkiens Werke mit Werken vom Michael Ende
(hauptsächlich mit “Der unendlichen Geschichte"), so stellt
man fest, das Michael Ende auch Phantasiewelten geschaffen hat, die auch eher in
einer Vergangenheit spielen, als in einer Zukunft, daß seine Werke aber in
einem nicht so klar definierten Rahmen spielen. Bei Michael Ende kann der Leser
(zumindest ich) nicht so klar vorausdenken, wie einzelne Personen handeln
werden, wie man es bei Tolkien machen kann. In Michael Endes Geschichten gehen
Personen plötzlich Wege, die man vorher nicht erwarten konnte. Dort treten
plötzlich (willkürlich) Möglichkeiten und Lösungen auf, mit
denen der Leser vorher nicht rechnen konnte. Bei Tolkien dagegen ist der Leser
in der Geschichte drinnen und überlegt mit den Personen, was als
nächstes zu machen ist. Dabei sind dem Leser auch klare Grenzen gesetzt, in
denen die Personen handeln können.
Im weiteren könnte man Tolkiens Werke in einer gewissen Weise auch mit
Since-Fiction Literatur vergleichen. Hier handelt es sich um Phantasiewelten in
ferner Zukunft. Jede Since-Fiction-Welt hat, ähnlich wie in Tolkiens
Welten, auch eigene klare Grenzen und Vorgaben, nach denen gehandelt
wird.
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