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Seine Schulzeit - ohne
Eltern
Ronald fand in der Schule viele Freunde, unter ihnen Christopher Wiseman,
mit dem er die gemeinsamen Interessen der griechischen und lateinischen Sprache
teilte und mit dem er in der Rugbymannschaft der Schule spielte. Er begann, sich
mehr für Sprachen zu interessieren, die ihm zuerst seine Mutter beigebracht
hatte und die er auch nun an der Schule lernte. Er beherrschte schon damals
neben dem Englischen auch Latein, Griechisch, Deutsch und Französisch.
Einem seiner Lehrer hatte er es zu verdanken, daß er nun auch begann, das
Angelsächsische zu lernen. In dieser Sprache, die man auch das Altenglische
nennt, fühlte er sich in die Zeit zurückversetzt, bevor die ersten
Normannen England betreten hatten. Er interessierte sich auch für die
Zusammenhänge mit dem Mittel- und Neuenglischen. Er las in einem Lehrbuch
angelsächsische Urtexte, wie den “Beowulf” und begann,
sie zu übersetzen. Dann wandte er sich dem Mittelenglischen zu, wo ihm
besonders die Geschichte des “Sir Garwain and the Green
Knight” interessierte. Er begann auch, das Gotische zu lernen, als er
ein Buch von seinem späteren Professor Joseph Wright darüber in die
Hände bekam. Aus der Liebe zu den Wörtern und zu dem System einer
Sprache begann er, eigene Sprachen zu erfinden. Zuerst waren es kindische
Sprachen, die er zusammen mit Freunden entwickelte und recht wenig System
hatten, dann nahm er sich das System anderer Sprachen zum Vorbild (dazu begann
er z.B., spanische Bücher seines Vormundes zu lesen). Diese Sprachen waren
ausgereifter und hatten eine eigene Grammatik und Lautlehre. Er begann, immer
neue Wörter zu erfinden und mit der Zeit entwickelte sich seine Sprache,
die er “Naffarin” nannte.
Weil Pater Francis die Umgebung bei Tante Beatrice nicht gefiel, suchte er
nach einer neuen Unterkunft für Ronald und Hilary. Sie zogen 1908 in ein
Zimmer des Hauses einer Mrs. Faulkner. Dort lernte Ronald Edith Bratt kennen, in
die er sich nach kurzer Zeit verliebte. Edith war 19 und Ronald 16 Jahre alt,
als sie sich kennenlernten. Sie trafen sich oft auf ihren Zimmern oder gingen in
die Teehäuser Birminghams. Doch als Ronalds Vormund, Pater Francis, von
Ihrer Liebschaft erfuhr, verbot er Ronald, sich mit ihr zu treffen. 1909
scheiterte Ronalds erster Versuch für eine Bewerbung um ein Stipendium in
Oxford. Er traf sich trotz des Verbotes weiter mit Edith, doch als Pater Francis
davon erfuhr, veranlaßte er 1910, daß die beiden Jungen umzogen,
nicht zuletzt aus dem Grund, daß Ronald sich mehr um die Schule
kümmern konnte, um ein Oxford-Stipendium zu erhalten. In diesem Jahr
schaffte Ronald es dann auch, ein Stipendium in Oxford am Exeter College zu
erringen. Ronald hatte jetzt bis zu seinem 21. Geburtstag keine Möglichkeit
mehr, Edith zu sehen, weil Pater Francis es strengstens verboten hatte, doch sie
verabredeten, danach zu heiraten.
Während der letzten Jahre seiner Schulzeit an der King Edward’s
Schule gehörte Ronald zu einer Gruppe älterer Schüler, die die
schuleigene Bücherei verwaltete. Neben ihm gehörten auch Christopher
Wiseman und R. Q. Gilson, der der Sohn des Direktors war, zu dieser Gruppe. Aus
diesen drei Freunden entstand der Tee-Club, der (wie der Name schon sagt) sich
regelmäßig zum Teetrinken traf, wo dann meistens über Literatur
diskutiert wurde. Später kam noch Geoffrey Bache Smith zu dieser Kerngruppe
hinzu, der sich nicht nur gut in der englischen Literatur auskannte, sondern
auch ein großes dichterisches Talent hatte, was auch Ronald zu dieser Zeit
entwickelte.
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