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Leeds
Im Herbst 1920 bekam Tolkien eine Stellung als Lektor für englische
Sprache an der Universität Leeds. Kurz nach Beginn seines ersten Semesters
im Oktober schenkte Edith in Oxford einem weiteren Sohn das Leben. Er wurde
Michael Hilary Reuel genannt. In der ersten Zeit lebt Edith mit den Kindern noch
in Oxford, 1921 kamen sie dann auch nach Leeds in das Haus, welches Tolkien neu
gemietet hatte.
Außer zu unterrichten arbeitete Tolkien in Leeds an einem Glossar
für ein schon veröffentlichtes Buch mit mittelenglischen Texten,
welches zu einem kleinem mittelenglischen Wörterbuch wurde. 1922 kam ein
neuer Lektor nach Leeds, den Tolkien selbst im Jahr 1920 unterrichtet hatte. Er
hieß Eric Valentine Gordon. Tolkien, der sich mit ihm anfreundete,
beschloß mit ihm, eine gemeinsame Ausgabe des “Sir Garwain and
the Green Knight” zusammenzustellen, die in einem Mittelenglisch
verfaßt war, das auch Studenten verstehen konnten. Die Ausgabe, an der
Tolkien (der im Jahre 1924 Professor für englische Sprache wurde) den Text
und das Glossar schrieb und E. V. Gordon die umfangreichen Anmerkungen, wurde
dann im Jahre 1925 verlegt. Gordon und Tolkien hatten dieselbe Art von Humor und
sie gründeten mit den Studenten einen Wikinger-Club, der sich traf, um
große Mengen Bier zu trinken, nordische Sagen zu lesen und heitere Lieder
zu singen.
Im November 1925 bekamen Edith und Ronald Tolkien einen weiteren, dritten
Sohn, den sie zu Ehren von Christopher Wiseman Christoper Reuel nannten. Dieser
Sohn stand Tolkien am nächsten, auch weil er sich später am meisten
für seine Arbeit und Geschichten interessierte. In seiner Zeit in Leeds
schrieb Ronald weitere Verse und Geschichte, zum Teil waren es weitere Texte zu
seiner Mythologie. So war das “Buch der verlorenen
Geschichten” (später “Das Silmarillion"), welches
u.a. von der Schaffung seiner Welt handelt, nun fast fertig, er
veröffentlichte es aber noch nicht, weil sein Perfektionsdrang ihn zu
weiteren Überarbeitungen zwang.
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