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Wir empfehlen: | |||||||||||||
Die Arbeit und das Leben in
Oxford
Anfang 1926 bekam Tolkien eine Stelle als Professor für
Angelsächsisch in Oxford. Die Familie zog in ein kleines Haus, welches der
Universität gehörte. Die Tolkiens blieben für die nächsten
42 Jahre in Oxford, sie wohnten meist in der Stadt, für kurze Zeit aber
auch in Vororten. 1929 wurde, zur Freude von Edith, die einzige Tochter,
Priscilla, geboren.
Die Oxforder Zeit war die Höhe Tolkiens Lebens: Die Kinder wurden
groß und er war ein bedeutender Professor mit vielen Freunden und
Kollegen. In dieser Zeit entstanden auch die wichtigsten literarischen Werke
(die auch veröffentlicht wurden). Neben der vielen Zeit, die er für
seine Arbeit als leidenschaftlicher Professor benötigte, nahm er sich immer
wieder Zeit für seine Frau und seine Kinder. Er kümmerte sich um die
religiöse Erziehung der Kinder, die ihm viel bedeutet und ging mit ihnen in
die Kirche, half ihnen bei den Hausaufgaben, kümmerte sich um ihre
Interessen und nahm an den Besprechungen der alltäglichen Dinge
teil.
Viel Zeit benötigte er für seine Arbeit als Professor für
Angelsächsisch, bzw. ab 1945 für englische Sprache. In den
Semesterferien korrigierte er Prüfungsarbeiten (was zum Teil
zusätzliches Geld bedeutete) und bereitete sich auf die Vorlesungsreihen
vor, die er geben wollte. Doch meistens wurde er nicht damit fertig und machte
dies während des Semesters vor den einzelnen Vorlesungen. Während des
Semesters hielt er die einzelnen Vorlesungen, bereitete sich darauf vor und traf
sich zu Besprechungen mit einzelnen Studenten und Kollegen. Zwischendurch traf
er sich mit auch mit guten Freunden wie z.B. seinem Kollegen C. S. Lewis, mit
dem er in der Universitätsküche essen ging oder nur so ein paar Worte
wechselte. Oft ging er auch in die Bibliothek, wo er in einem Buch etwas
nachlesen mußte. Nachmittags kam er zum Tee nach Hause, wo er sich auch um
die Kinder kümmerte. Dann arbeitete er an den Vorlesungen für den
nächsten Tag. Abends mußte er oft zu weiteren Veranstaltungen der
Universität, offizieller oder privater Art, wie z.B. zu den Treffen der
“Inklings", dem Freundeskreis bzw. literarischem Club von C. S.
Lewis, oder den “Coalbitters", einem Club, den Tolkien
gegründet hatte. In diesem Klub waren nur Dozenten, die dort
isländische Traditionen pflegten und nordische Texte in Original lasen und
übersetzen (Tolkien mußte das meiste lesen, weil er die Sprache am
besten beherrschte), sowie eigene Texte lasen und besprachen. Während der
Besprechung der Lektüre am Feuer ging die Whiskyflasche herum. Man
könnte meinen, daß Tolkien nach einem anstrengenden Tag gleich ins
Bett ging, wie es Edith tat. Doch er setzte sich meist mit einer
gemütlichen Pfeife in sein Arbeitszimmer und wollte weiter an seinen
Vorlesungen arbeiten, doch meistens nahm er eines seiner nicht fertigen
Manuskripte und schrieb an einem seiner vielen Texte (oder überdachte sie),
die entweder zu seiner Mythologie gehörten oder der Belustigung seiner
Kinder und sich selbst dienten.
So fing er eines Tages (bzw. Nachts) in seinem Arbeitszimmer an, die
Geschichte vom Hobbit (“Der kleine Hobbit”) zu schreiben,
welche zunächst, wie die anderen Sachen, liegen blieb. Später zeigte
er sie einigen Leuten, und der Verlag Allen & Unwin veröffentlichte die
nun überarbeitete und vollendete Geschichte als Kinder-/Jugendbuch. Das
Buch war ein großer Erfolg und sein Verlag riet ihm, eine Fortsetzung zu
schreiben. Viele Jahre später wurde diese als “Der Herr der
Ringe” veröffentlicht wurde. Neben den veröffentlichten
Werken dieser Zeit schrieb er viele andere Geschichten, Gedichte und
wissenschaftliche Texte. U.a. wurde ein Buch mit Texten des Wikinger-Clubs in
Leeds zusammen mit E. V. Gordon herausgegeben. Es wurden auch ein paar
kürzere Geschichten veröffentlicht.
Tolkiens Frau Edith gefiel das Leben in Oxford nicht so gut wie ihrem Mann.
Tolkien hatte viele Freunde und Kollegen, mit denen er sich, meistens alleine,
traf. Edith hatte wenig Freunde und die Gesellschaften mit anderen
Professorenfrauen mochte sie nicht. Doch auch sie hatte viel im Haus und mit den
Kindern zu tun und hatte einen vollen Tag.
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